Kaum zu glauben, aber die 100 Tage des Dauertests mit der Omega Seamaster Taucheruhr, soviel sei vorab verraten, wie im Flug und nun ist es Zeit, wie sie unter den Lupe steht und vor allem zu berichten. Gibt es bereits Verschleißerscheinungen? Wie genau läuft die Uhr? Wie sieht es mit der Gangreserve aus? Ist sie alltagstauglich und treten Schwächen zu Tage? Was ist mit der Verarbeitung?
Der 100 Tage Praxistest
Die Seamaster 300 wurde auch nicht im Uhrenbeweger geschont und nur allenthalben herausgenommen, sondern ganz normal tagtäglich getragen und sie wurde unter großer Hitze von den Schiebedeckeln der Eistruhen auf den Schreibtisch gebracht. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen.
In Sachen Verschleiß
kann ich der Seamaster 300 in Titan-Ausführung nur ein Kompliment machen. Quasi Null Verschleißanfälligkeit an Gehäuse, Armband oder Manufakturwerk. Anders als bei normalen Stahluhren, ist das kaum dunklere Titan unempfindlich gegen Kratzer, die Lünette ist aus Keramik und hat in den 100 Tagen bereits schwere Fälle erlebt, bei denen eine Stahluhr mit Aluminium Lünette schon einige Tränen des Trägers hervorgebracht hat. An der Omega ist davon nichts zu sehen.
Am polierten Mittelteil des Bandes vermutet man zuallererst eine riesige Menge unschöne Kratzer, ebenso wie an einer fein satinierten Schließe die Furchen der Fesseln. Aber davon keine Spur. Winzige, kaum sichtbare Tragespuren lassen die Uhr auch nach 100 Tagen wie neu wirken. Winzige Gebrauchsspuren auch innerhalb der Schließe lassen mich kalt und wie ich es sehen würde es winzige Bearbeitungsspuren am Bandanstoß, sogar auf beiden Seiten.
An der Verarbeitung
Tests nur die Scharfkantigkeit an manchen Stellen bemängeln. Hier im Bild oben eine Ecke der gedachten Verlängerung, rechts vom Drücker und der Verschraubung. Unglücklich in der Gestaltung ist die Schließe ohnehin. Zu Unterschiedlich ist die Optik gegenüber der Bandglieder. Auch die praktische und technisch gut gemachte Bandverlängerung ist getragen und irgendwie unpassend.
Beim ersten Anpassen an den Armumfang (195mm) wurde nun ein Glied zuviel entnommen (auf jeder Seite eins) und somit ließ sich die Uhr nur noch über die schnelle ganz herausgezogene Schnellverstellung bestimmen. Meine Empfehlung bei diesem Armumfang lautet daher nur ein Glied auf Seite der Schnellverstellung zu entnehmen. In der ersten Rastung der Schnellverstellung sollte die Uhr mit Metallband sitzen und keinesfalls einschneiden. Ein weiterer Vorteil, die Uhr muss nicht dauernd am Arm zurück gedreht werden, wenn man mal ins Schwitzen kommt. Der Boden liegt bei meinem Arm flach und die Schließe schmiegt sich genau richtig an den Arm. Auch rutscht die Schließöffnung nicht zu weit auf die Seite. Das kann in Extremfällen zu Verletzungen führen. Bitte beachten Sie das Band auf der 6 Uhr Seite zu kurz zu wählen.
Die Geräuschentwicklung
von Manufakturwerk und Automatikaufzug ist dagegen traumhaft ruhig und gefällt auf ganzer Linie. Selbst im Handaufzugmodus über die leicht aufzuschraubende und leicht bedienbare Krone gibt es nur äusserst geringe Geräusche wahrzunehmen. Da muss man schon die Uhr direkt ans Ohr halten. Auch alles sehr passend zum hochwertigen Gesamteindruck.
Die Ausstattung
der Uhr ist, das muss man an dieser Stelle einfach mal anerkennen, einfach sensationell. Die Verbindung von Titan mit kratzfester Keramiklünette und in Liquid Metal verarbeiteten Zahlen mit einem antimagnetischen Manufaktur-Co-Axial-Werk und Safirglasboden ist eigentlich nicht zu toppen, außer vielleicht von Omega. Was finde ich der Symmetrie keinen Abbruch tut.
Der Gangtest über die gesamte Reserve
Der Gang der Uhr ist mit einer Zeitspanne von 1 Minute pro Tag verbunden. Wenn man sie mit dem Zifferblatt nach unten und über Nacht ablegt, kann man den minimalen Nachgang ausgleichen. Aber wie sehen das Omega im "Standby-Modus" nach den 100 Tagen der Testphase?
Pünktlich am Freitag um 19.00 Uhr wird die Funkuhr abgestimmt und mit Vollaufzug abgelegt. Zifferblatt wieder nach oben. Und jetzt heißt es 12 Stunden warten, bis zum ersten Abgleich. Um 7.00 Uhr abgelesen, beträgt der Nachgang am Samstagmorgen jetzt -1 Sekunde. Nächste Messung 12 Stunden später, Samstag 19.00 Uhr und die Omega zeigt sich mit einem Nachgang von -3 Sekunden. Um 7.00 Uhr dann am Sonntag, sind es zur Referenzzeit immer noch -3 Sekunden. Daraus kann man ableiten, dass die Omega in diesem Aufzugsstatus praktisch keine Abweichung zeigt.
Um 19.00 Uhr werden wieder -3 abgelesen. Die Omega verändert ihre Gang jetzt bis Montag 5.00 Uhr, nach 58 Stunden, auf -2 Sekunden. Das bedeutet im Ergebnis, dass dieses 8400er Omega Werk im mittleren Aufzugsbereich praktisch kaum Gangabweichungen liefert. Das ist ein Spitzenwert!
Zwischenfazit
Die Werte im Minus und die Uhr nicht so gerne, weil wir die Uhr zum Einstellen nicht einfach anhalten können. Sie muss neu gestellt werden. Beim nächsten mal lege ich einfach nach ein paar Umdrehungen ans Handgelenk.
Um 6 Uhr 30 ermittle ich erneut 2 Sekunden und beobachte die Seamaster nun zum Endspurt Intensiver, aber Achtung, ohne dass der ganze Test nicht - zu bewegen! In der Zielgeraden um 7.00 Uhr sind es immer noch 2 Sekunden und ich bin gespannt wie lange das noch weiter geht. Nach viertelstündlich nach 14.00 Uhr noch! Mit einem Endspurt um 7.00 Uhr hatte ich wohl echt zu früh gerechnet. Am Montag Nachmittag um 15:47 und 57 Sekunden dann doch noch Schluss. Genau nach 68 Stunden, 47 Minuten und 57 Sekunden hat das letzte aus den beiden Federhäusern herausgeholt und bleibt stehen.
Auch im Ergebnis eine klare Übererfüllung der Gangreserve von 8 Stunden und 47 Minuten. Außerdem liefert sie ein Traktor echte Spitzenwerte in der Gangstabilität.
Im Fazit für die Seamaster 300 ein wenig nach oben gehen. Dies bedeutet im abgelegten Zustand dazu, dass die Uhr nach dem besuchten Wochenende nicht zwingend ist. Einfach am Montagmorgen anlegen und fertig.
Eine tatsächliche Gangreserve
Die Zeit, die man braucht, um sich zu bewegen, wenn man Freitag nach getaner Arbeit ist. Komischerweise wird man die Seamaster nicht mehr gegen ein anderes Tauschen und so kommt sie mit ins Kino und zu allerlei Aktivitäten in der Freizeit.
Das persönliche Tragegefühl
ist in seiner Robustheit und Leichtigkeit einfach zu gut und angenehm. Ja, man vermisst sie sogar wenn sie mal abgelegt wurde. Dabei ist es kein Glamourös wie bei einem Rolex Submariner und das ist im Grunde der größte Nachteil der Uhr. Sie fällt kaum auf und so wird man in hundert Tagen kein einziges Mal auf diese Uhr angesprochen. Das hatte ich bis dahin und in der Form eigentlich auch noch nie erlebt. Dafür gibt es einfach nur ein Diamantschliff für die Lünette und polierte Einrahmungen der Indexe oder ein polierter Sekundenzeiger. Auch die perfekte Uhr um "nicht" aufzufallen. Nur echte Kenner wissen um welche Uhr es sich handelt.
Ein Zusatznutzen
sind die antiallergischen Eigenschaften der gesamten Uhr. Du kannst getrost von Menschen mit Nickelallergie getragen werden. Sicher passt auch ein Lederband an die Seamaster 300, ganz wie es der Hersteller auf der Baselmesse vorstellte. Aber es wäre echt schade, diese für's Wasser gemachte Uhr nicht mehr darin einzusetzen.
Mehr als 15.000 Gauss lässt das Werk mit seinen dazugehörigen Teilen einfach strömen, ohne dabei Schaden zu nehmen oder beeindruckt zu sein. Keine Spur eines Weicheisengehäuses zur Abschirmung vor Magnetismus wie im Uhrenbau bisher gebräuchlich. Schön anzusehen ist es durch ein Saphirglas obendrein. Selbst das gute alte "Fische angeln im Ravensburger Aquarium" - mit meinem Sohn - ist mit ihrem gefahrlos möglich.
Die Bedienbarkeit
dieser Taucheruhr könnte fast nicht besser ausfallen. Auch wenn in einschlägigen Tauchtests mit Neoprenanzügen immer wieder vom Benutzer zur schlechten Bedienbarkeit mit Handschuhen die Rede ist und zwar durch die Bank. Die Lünette der Seamaster 300 von Omega. Sie haben ein Problem mit einem Rolex Submariner. Aber warum erwähne ich die Submariner immer wieder? Sie darf getrost als Referenz betrachtet werden. Dreht man an einer Lünette, glaubt man an einem Zahlenschloss eines Banksafe zu betätigen. Das sollten Sie wirklich mal ausprobieren und so werden das sein!
Die Schließe ist mit Doppeldrückern ausgestattet, damit sich leicht öffnen und schließen lässt. In ihrem Innern befindet sich der Mechanismus zur Schnellverstellung. Auch diese ist gelungen, solange man kein Neopren trägt. Aber wie muss man sich nur langsam vorstellen? Immerzu lesen wir die selben Bemängelungen wie: "Armband trotz Verlängerung zu kurz" und "mit Tauchhandschuhen nicht bedienbare Schließe." Meine Meinung dazu: Die jeweilige Uhr wird vor dem Tauchgang und ohne Handschuhe angelegt. Die Position am Arm mit Neopren ist noch dazu ganz am Handgelenk des Schwimmers. Daher ist der Spagat zwischen Altagstauglichkeit und Berufsexperten.
Bei der Zeiteinstellung fällt positiv auf, dass durch die fehlende Datumsverstellung in der ersten gezogenen Position die Stunden bei laufender Uhr schnell verstellt werden können. Nützlich bei einem Zeitzonenwechsel. Erst in der zweiten Position greift der Sekundenstopp
Die Ablesbarkeit
ist wie bei allen Uhren unter Wasser, wenn die Uhr auf der Uhr blickt oder sich die Oberfläche auf Glas spiegelt - ob nun ein gewölbtes und entspiegeltes Saphirglas. Unter Wasser ist sie gut, und die Leuchtperle der Lünette trägt einwandfrei dazu, die Zeit unter Wasser genau und schnell zu erfassen. Die polierten Zeiger heben sich gut vom Zifferblatt ab, um die Anzeige zu erleichtern.
Im Tageslicht stört leider immer wieder das schlecht entspiegelte Saphirglas. Gut zu erkennen schon beim Fotografieren. Der gesamte Look wird durch die Spiegelungen gestört.
Bei Liebhabern, die durch die Vertiefungen der Anzeige hervorgerufen werden, ist der Dialog mit einem Zifferblatt und mit Leuchtmasse ausgefülltten Scheibe, ähnlich wie bei Panerai Taucheruhren. Leider nicht, sieht aber trotzdem super und anders als der Mainstream aus.
Die Keilindexe erinnern auch an ein wenig Omega-Railmaster-Serie und reichen übrigens bis fast zum Zifferblattrand. Sie vergrößern optisch das Blatt und somit die ganze Uhr. Bei einer Rolex liegen diese etwas weiter innen und die Minuteneinteilung zwischen den Indexen und dem Rand vorbei.
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